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Chronik
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1978 Aller Anfang ist schwer. |
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Es war nur eine Schnapsidee, aber Provisorien halten
bekanntlich am längsten. Während einer feierlichen Runde
der Jagdgesellschaft Usedom bemängelten einige Weidgenossen
zum wiederholten Male, dass doch so ein Jagdvergnügen nur eine
halbe Sache sei, wenn keine Jagdhörner erschallen!
Nach der ersten Idee folgte die Tat! Und so trafen wir uns einmal
wöchentlich mit 6 Enthusiasten und versuchten den Hörnern
mehr oder weniger brauchbare Töne zu entlocken. Die ersten
Signale lernten wir von der Schallplatte, denn unter uns war nur
ein Notenkundiger, Willi Wandt! Und er hatte alle Mühe, uns
die Bedeutung der schwarzen Kringel zu erläutern. So bliesen
wir die ersten Jahre mehr oder weniger nach Gehör, dafür
aber mit viel Lust und Laune. Bald stellten wir unser erstes Repertoire
zusammen und spielten zu Geburtstagen, Dorffesten, Hubertusjagden
von Reitvereinen und Jubiläen. Ein erster großer Auftritt,
am 24.08.1981 zu den Kultur- und Sportfesttagen in Usedom, gab weiteren
Antrieb.
In den 90iger Jahren vergrößerte sich unsere
Gruppe und es kam der ein und andere frischgebackene Förster
von der Hochschule auf unsere schöne Insel. Durch ihre musikalischen
Vorkenntnisse und langjährigen Erfahrungen bekam unsere Gruppe
frischen Wind. Willi Wandt verließ die Gruppe zwar (1992 lösten
sich die Jagdgesellschaften als Interessenvertretung der Jägerschaft
auf und organisierten sich in den Hegeringen neu), leitete aber
bis zu seinem Tod eine Bläsergruppe in Benz. Seiner Beharrlichkeit
ist es zu verdanken, dass die ersten Schritte nicht die letzten
blieben. Jeder weiß, wie schwer es ist, am Ball zu bleiben,
obwohl das Jagdhorn zuerst nur grunzt und quiekt. Ihm an dieser
Stelle einen besonderen Dank.
Einen weiteren Qualitätssprung konnten wir ab
1992 verzeichnen. Wir lernten Bettina von Rochow kennen und konnten
fortan unter sachkundiger Anleitung arbeiten. Bettina kitzelte versteckte
Talente aus uns heraus. Sie stellte uns ganz hartnäckig Noten
vor die Nase und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.
Durch ihre Motivation war in uns die Lust geweckt, sich mit anderen
Gruppen zu vergleichen. So fuhren wir mit einem Kribbeln im Bauch
zum ersten Landeswettbewerb im Jagdhornblasen des Landesjagdverbandes
Mecklenburg-Vorpommern nach Hagenow. Wir landeten von 27 Gruppen
auf dem 4. Platz und konnten unser Glück kaum fassen. Nun gab
es kein Halten mehr: Wir hatten die Quittung für unsere Arbeit
bekommen und befanden uns auf dem richtigen Weg. Natürlich
vergaßen wir nicht, neben den sicherlich bedeutsamen Wettbewerben
auch weiterhin das jagdliche Brauchtum zu pflegen und öffentliche
Veranstaltungen, Jägerbälle, organisierte Waldführungen
der Kurverwaltung u.ä. zu begleiten. Wir wurden ein gefragtes
Bindeglied zwischen Menschen, Jagd, Natur, Kultur und Tourismus.
Der 2. Landeswettbewerb brachte den dritten Platz in der gemischten
Gruppe sowie einen ersten und dritten Platz bei den Solisten. Wir
hatten damit auch die Qualifikation für die 1997-er Teilnahme
am Bundeswettbewerb in Kranichstein/Darmstadt erworben und spielten
mit dem Gedanken, auch tatsächlich hinzufahren. Unser einziges
Problem bei diesem Vorhaben war die Mindeststärke von 12 Bläsern.
Und so machten wir uns auf die Suche nach einer gleichgesinnten
Bläsergruppe, die sich mit uns auf den Bundeswettbewerb in
Darmstadt vorbereiten wollte. Im Inselnorden existierte eine Bläsergruppe
unter Leitung von Sonja Paul, die zu diesem Zeitpunkt auf 23 Jahre
engagierte Jugendarbeit zurückblicken konnte. Man kannte sich
von früher, aber jetzt machten wir aus der Not eine Tugend
und bereiteten uns zusammen auf den Bundeswettbewerb vor. |
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Greifen nach den Sternen |
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Bettina
war in dieser Beziehung nicht ganz unerfahren, denn sie hatte mit
anderen Bläsergruppen schon an Bundeswettbewerben teilgenommen.
Von diesen Erfahrungen konnten wir nun profitieren.
So stürzten wir uns in die Arbeit und fuhren erwartungsvoll
und neugierig nach Kranichstein, hoch motiviert, singend und skatkloppend
und all das bei schönstem Sonnenscheinwetter. Ja, wenn Engel
reisen. Am Ende gab es von 69 Teilnehmern den 27. Platz bei 779,5
Punkten und nur einem halben Punkt an der goldenen Hornfesselspange
vorbei. Wir waren stolz auf uns und auf der 900 km langen Rückreise
floss der Sekt in Strömen. Der Wettbewerb hatte die Jagdhornbläsergruppen
aus Usedom und Karlshagen zusammengeschweißt und wir beschlossen,
auch weiterhin zusammen zu proben und größere Auftritte
zusammen zu gestalten.
In Kranichstein haben wir natürlich zahlreiche Kontakte geknüpft
(z.B. Duderstadt oder Hannover) und kräftig die Werbetrommel
für die Urlaubsinsel Usedom gerührt. Als dann beim Schaublasen
das Bläserkorps Duderstadt mit den ES-Hörnern aufspielte,
war das Temperament unserer Chefin nicht mehr zu bremsen und sie
rief den Duderstädtern quer über den Platz: „EINLADUNG
NACH USEDOM“ zu! Und da die selbigen auch nicht über
mangelndes Temperament klagen können, kam die prompte Antwort:
„ANGENOMMEN“! Zu diesem Zeitpunkt wusste natürlich
keiner, dass daraus eine bis heute bestehende Freundschaft werden
sollte.
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Sankt Hubertus - ein wilder Jäger
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Noch im selben Jahr fand der erste Besuch statt und
Bettina organisierte ein großes Jagdkonzert im Maritim-Hotel
in Heringsdorf. Das Bläserkorps aus Duderstadt unter Leitung
von Rudi Lindner, die Jagdhornbläsergruppe Hubertus aus Ludwigslust
unter der Leitung von Herbert Knötel und unsere Bläser
veranstalteten das Konzert. Und es bleibt bis heute eine der größten
Veranstaltungen für uns. Bettina sei Dank, weil sie keine Kosten
und Mühen scheute um dies alles zu organisieren!
Am nächsten Tag stand dann die Hubertusmesse in
der Marienkirche zu Usedom auf dem Programm. Wieder bliesen die
Duderstädter und für viele von uns war dies die erste
Hubertusmesse, die sie miterleben durften. Wir waren einmal mehr
fasziniert vom Klang der Parforcehörner und bewegt durch die
Predigt von Pastor, Landwirt und Jäger Burghard Rübcke!
Dies war für uns der letzte Anstoß eine
eigene Parforcehorngruppe aufzubauen. Aber wir mussten wieder einmal
feststellen, aller Anfang ist schwer. Und so hat es noch 3 Jahre
gedauert, bis wir alle Bläser mit Parforcehörnern versorgt
hatten und uns an die erste Hubertusmesse gewagt haben. Inzwischen
ist die Hubertusmesse in Usedom eine feste Tradition geworden. Und
soweit wir informiert sind, sind wir die einzige Parforcehorngruppe,
die bei der Hubertusmesse aktiv von einem Pastor unterstütz
wird. Pastor Hans-Ulrich Schäfer hat keine Mühe gescheut,
sich mit dem Parforcehorn anzufreunden und bläst nun regelmäßig
alle unsere Messen mit. |
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Vereinsgründung und Neuanfang |
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Im Jahre 1998 gründeten wir den gemeinnützigen
Verein „Jagdhornbläser Insel Usedom e.V.“. Von
nun an gab es den musikalischen Leiter, Schatzmeister, Stellvertreter
etc.. Geregelte „Titel“ sind oft sehr nützlich
und doch kam es zum Bruch. Nicht mehr alle waren in der Gruppe einer
Meinung und damit nicht die ganze Gruppe auseinander bricht muss
manchmal einer gehen. So kam es, dass wir einen neuen Vorstand,
aber vor allem auch eine neue musikalische Leiterin wählten,
Daniela Heuer. Mit ihrem Engagement und Fleiß schafft(e) sie
es die Gruppe zu immer besseren Leistungen zu motivieren. Neben
dem mehrfachen Landesmeistertitel in der Kategorie G für B-Hörner
des LJV Mecklenburg-Vorpommern erreichten wir sogar einen 7. Platz
bei den Bundesmeisterschaften für B-Hörner des DJV in
Kranichstein sowie gute Platzierungen bei den Bundesmeisterschaften
der Jagdhornbläser-Gilde e.V. in B und in Es. Auch durch viele
andere Auftritte konnten wir unseren Bekanntheitsgrad weiter ausbauen.
So folgten zum Beispiel Einladungen nach Berlin zur Grünen
Woche und zur Vertretung des Landes MV sowie Einladungen von Hoteliers
nach Amrum und Bremen, ja sogar in Holland wurden wir schon herzlich
willkommen geheißen. |
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Neue Wege |
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Beim Üben auf dem Es-Horn erzielten wir nicht
nur durch die wöchentlichen Proben große Fortschritte,
sondern vor allem auch durch die regelmäßige Teilnahme
an Seminaren. Am Anfang fuhren wir zu Rudi Lindner nach Springe
und Göttingen, ab 2001 dann zu den Seminaren nach Dassel, wo
uns durch die Anleitung von echten Profis viele neue Möglichkeiten
für das Üben und Blasen auf dem Es-Horn dargestellt wurden.
Bei solchen Veranstaltungen kommt natürlich auch die Geselligkeit
nicht zu kurz und so konnten die einen oder anderen neuen Bläserfreunde
gewonnen werden. Seit einigen Jahren organisieren wir mit anderen
Bläsern des Landes Mecklenburg-Vorpommern und mit Unterstützung
des Landesjagdverbandes eigene Es-Horn-Seminare, welche sich durch
zunehmende Nachfrage immer mehr zu einem festen Ereignis etablieren.
Heute zählt unser Verein 9 aktive Bläser.
Bei Wettbewerben und größeren Auftritten werden wir durch
drei befreundete Bläserinnen der Gruppe Wolthof bei Grimmen
unterstützt. Außerdem ist unser Verein Mitglied der Jagdhornbläser-Gilde
e.V. geworden, wodurch sich viele neue Chancen boten. So haben wir
zum Beispiel 2008 den XIX. Bundeswettbewerb der Jagdhornbläser-Gilde
e.V. auf unserer schönen Insel Usedom ausgetragen und Bläser
aus der gesamten Bundesrepublik begrüßt. Wunderschöne
Austragungsorte und Bilderbuchwetter sorgten bei allen Beteiligten
für ein unvergessliches Ereignis.
Der Aufbau der ersten Hundemeute im Land Mecklenburg-Vorpommern,
der Mecklenburger Meute mit ihrem Master Gabriel Rodenberg, ermöglichte
uns auch in die berittene Jagd hineinzuschauen, die vor allem in
Frankreich und im süddeutschen Raum weit verbreitet ist und
für welche das Parforcehorn ursprünglich erschaffen wurde.
Vor allem im Herbst begleiten wir nun regelmäßig solche
Jagden, für die wir unser Repertoire durch viele neue Signale
und Fanfaren erweitert haben. |
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Zukunftsvisionen |
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Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen unser
Zu- sammenspiel sowie das Blasen in Kleinformationen zu verbessern.
Regelmäßige Probentage, teilweise angeleitet durch Berufsmusiker,
sollen uns dabei zu schnellen Fortschritten verhelfen.
Über die personelle Erweiterung unserer Gruppe
oder auch unseres Vereins durch aktive oder fördernde Mitglieder
wären wir jederzeit sehr erfreut. Interessierte Anfänger
oder alte Hasen sind immer recht herzlich Willkommen. Wir möchten
mit einer zukunftsorientierten und personell gut ausgestatteten
Jagdhorn-bläsergruppe weiterhin jagdliches Brauchtum und jagdliche
Tradition aufrechterhalten. |
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Erfolge der Gruppe |
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Bunderwettbewerb
des DJV
* 1997 Platz 27
* 1999 Platz 17
* 2001 Platz 7
* 2003 Platz 16
Bundeswettbewerb im Parforcehornblasen des DJV
*2008 Koblenz Platz 25
Bundeswettbewerb der Jagdhornbläsergilde e.V.
* 2004 Zeitz Platz 2 - Register: Trio B
* 2004 Platz 3 – Register: Gruppe B3
* 2004 Platz 4 - Register: Gruppe ES-A
* 2006 Fulda Platz 2 - Register: Gruppe ES-A
* 2006 Platz 3 - Register: Trio B
* 2008 Usedom Platz 2 - Register: Gruppe B3
* 2008 Platz 4 - Register: Gruppe ES
* 2008 Platz 3 - Register: Solo B Parforcehorn
* 2008 Platz 3 - Register: Solo B Senioren
* 2008 Platz 3 - Register: Solo B U16
* 2008 Platz 4 – Register: Solo B Senioren
* 2010 Ingolstadt Platz 1 - Register: Solo ES U16
* 2010 Platz 3 - Register: Sole ES Damenpokal
* 2010 Platz 8 – Register: Gruppe ES
Landesmeisterschaft des DJV M/V
*1996-2003 in Folge Landes-meister M/V Kategorie G.
* 2004 Landesmeister Kategorie B
Die Parforcehorngruppe hat 2000 erstmalig die Hubertusmesse
geblasen. |
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